Flying Uwe muss zahlen: Bußgeld für Schleichwerbung auf YouTube - TubeNOW - Webvideomagazin

Fitness-YouTuber Flying Uwe hat nach Auffassung der Medienanstalten Hamburg/Schleswig-Holstein in einigen seiner Videos Schleichwerbung betrieben. Dafür wurde ihm nun ein Bußgeld von 10.500 Euro auferlegt.

Uwe Schrüder, auf YouTube unterwegs als Flying Uwe, unterhält mit seinen Fitness- und Kampfsportvideos, sowie Vlogs mittlerweile rund 1,1 Millionen Menschen auf YouTube. Täglich erscheinen neue Videos auf seinem Kanal, in denen er nicht selten Produkte, oft von seinen eigenen Firmen, bewirbt. Die Medienanstalten Hamburg/Schleswig-Holstein haben ihm nun aufgrund von unzureichender Werbekennzeichnung ein Bußgeld in Höhe von 10.500 Euro auferlegt. Begründung: Da er massiv Produkte der eigenen Firmen bewirbt und diese durchgehend positiv darstellt, sei eine einfache Einblendung am Anfang des Videos unzureichend. Videos dieser Art müssten durchgehend mit der Einblendung „Dauerwerbesendung“ versehen sein. Zuwiderhandlungen sind anzusehen als Verstöße gegen den Rundfunkstaatsvertrag, bei dem YouTube Videos als „fernsehähnliche Inhalte“ betrachtet werden.
Lothar Hay, Vorsitzender des Medienrats der Medienanstalten HSH, erklärt: „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Wer professionell auf YouTube oder ähnlichen Plattformen agiert, muss sich auch an die geltenden Werbebestimmungen halten.“
Die Medienanstalten geben an, neben Flying Uwe auch noch 30 weitere YouTuber aus ihrem Zuständigkeitsbereich bezüglich ihrer Werbekennzeichnung kontaktiert zu haben. Dabei können Bußgelder in Höhe von bis zu 500.000 Euro verhängt werden.

 

Nicht die erste Konfrontation mit den Medienanstalten

Bereits in der Vergangenheit gab es Aufforderungen zur ordentlichen Kennzeichnung der Videos an Flying Uwe. Laut Landesmedienanstalten habe man ihn bereits im November 2016 zum ersten Mal bezüglich Werbekennzeichnung kontaktiert. Daraufhin erhielten einige Videos rückwirkend eine Anmerkung zu gezeigten Produkten in der Infobox.
Ein zweites Schreiben der Medienanstalten traf bei dem Fitnessyoutuber im März ein. Dort wurde speziell auf den Umgang mit Produkten und Werbebannern seiner eigenen Firmen hingewiesen, welche bis dato noch nicht als Werbung gekennzeichnet waren. Dies thematisierte er in einem seiner Vlogs und machte sich gemeinsam mit seiner Angestellten über die in dem Schreiben der Medienanstalten genannten Punkte lustig. Er kündigte an in Zukunft alle seine Videos, egal ob Werbung oder nicht, mit der bekannten Einblendung „P- Unterstützt durch Produktplatzierung“ zu versehen und in seiner Videobeschreibung darauf hinzuweisen.

Relevant
Webvideopreis 2017 – Die Gala und die Gewinner

 

Schleichwerbung: Schon lange ein Problem auf YouTube

Schleichwerbung ist wahrlich kein neues Problem auf YouTube. Schon lange gehen, vor allem im Beautybereich, Werbung und redaktionelle Inhalte ineinander über. Aufgrund von häufig fehlender Kennzeichnung ist oft unklar, ob ein gezeigtes Produkt eine persönliche Empfehlung oder eine Produktplatzierung ist.
Zum ersten Mal zur Sprache kam das Thema Schleichwerbung zu Beginn 2014. Die ARD veröffentlichte zu dieser Zeit eine Reportage mit dem Titel:“Y-TITTY & Co: Werbung bei YouTube – Kämpfen Konzerne mit unsauberen Mitteln um Jugendliche?“ Dort gerieten zunächst YouTube Kanäle wie YTITTY und daaruum, sowie deren Netzwerk Mediakraft in die Kritik.
Aufgrund des zunehmenden Wachstums der Plattform und der gehäuften Vorkommnisse um das Thema Produktplatzierungen in Videos, veröffentlichten die Landesmedienanstalten im Oktober 2015 ein FAQ Dokument, welches die wichtigsten Fragen rund um dieses Thema klären sollte.
Übrigens: Deutschland ist bei weitem nicht das einzige Land, was mit großen Problemen rund um Schleichwerbung auf YouTube zu kämpfen hat. Laut nos.nl enthalten 90% der niederländischen Vlogs Werbung. 3/4 davon ist nicht ausdrücklich als solche deklariert.

Beitragsbild: ©Flying Uwe

Kommentar verfassen

x
folge uns:Schon gelikte? Einfach schließen.