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Das junge Angebot – Ein positiver funk(e) für die Webvideobranche?
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Das junge Angebot – Ein positiver funk(e) für die Webvideobranche?

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In den kommenden Tagen werden wir hier auf TubeNOW verschiedene Interviews zum Thema funk veröffentlichen. Dabei sprachen wir mit den Betreibern verschiedener Kanäle und Verantwortlichen von funk selbst.

Seit nunmehr eineinhalb Jahren publiziert funk auf YouTube und anderen Plattformen werbefreie Formate und schafft ein vielfältiges Programm für seine junge Zielgruppe. Doch neben Lobbekundungen bleibt auch Kritik an dem Sender nicht aus.

 

Der Hintergrund

Der 1. Oktober 2016 ist der offizielle Geburtstag des Jugendangebots der ARD und ZDF. An diesem Tag startete der Sender mit 40 verschiedenen Online Formaten. Im Fernsehen sucht man seine Inhalte vergeblich.

Die ersten Ideen für ein Jugendprogramm, ausgehend von der ARD und ZDF, gehen bereits auf das Jahr 2012 zurück, in dem der SWR erstmalig den Wunsch einer Fusion äußerte. Damals sollte es noch ein Fernsehprogramm werden. Der Veränderung der Pläne hin zu einem Online Format liegt ein Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz im Jahr 2014 zugrunde.

Bereits bevor funk im Oktober 2016 offiziell an den Start ging, sammelten die Verantwortlichen, damals noch unter dem Arbeitstitel „Junges Angebot der ARD und ZDF“ Wünsche und Ideen der Zielgruppe für die kommenden Formate. Der Sender benennt es als klares Ziel, dass die Zuschauer die Möglichkeit haben sollen, Formate mitzugestalten.

Finanziert wird funk zu einem Drittel vom ZDF und zu zwei Dritteln von der ARD. Genutzt werden dabei die Gelder, die früher den Fernsehkanälen EinsPlus und ZDFKultur zur Verfügung standen. Diese wurden mit dem Start von funk eingestellt. Somit hat das Jugendangebot ein Jahresbudget von insgesamt 45 Millionen Euro zur Verfügung. Das entspricht etwa einem Anteil von 0,005 Prozent am Gesamtbudget der öffentlich-rechtlichen Sender, welches bei 8,2 Milliarden Euro liegt.

 

Das Programm

Bis heute hat sich das Angebot von funk auf über 70 Formate ausgeweitet und deckt verschiedenste Kategorien wie beispielsweise Vlogs, Reportagen, Comedy, Meinung und News ab. Auch lizensierte Serien gibt es zu sehen. So zum Beispiel „Doctor Who“ und „Orange is the New Black“. Dabei richten sich die Inhalte allesamt an eine 14-29jährige Hauptzielgruppe.

Bereits seit dem offiziellem Start des Senders, arbeitet dieser auch mit namenhaften YouTubern zusammen, die teilweise auf ihren eigenen Kanälen Inhalte für funk publizieren, aber auch als Hosts Formate moderieren. So waren bereits von Anfang an YouTuber wie Fynn Kliemann, Marti Fischer, Felix von der Laden und KostasKind Teil des Programms. Später stießen unter anderem auch Lisa Sophie Laurent, Mirko Drotschmann und  Phil Laude hinzu. funk stellt ihnen hierbei, abhängig vom Format, auch diverse Hilfen, wie beispielsweise für Grafik und Schnitt, zur Verfügung.

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Die Inhalte werden neben der eigenen Webseite und der eigenen App auch auf diversen anderen Plattformen, wie beispielsweise YouTube, Facebook, Snapchat, Instagram und Twitter angeboten.

Auch einige Preise für diverse Formate gingen bereits an funk. Die erste Staffel der Serie „Wishlist“ wurde unter anderem mit dem Grimme Preis und dem Webvideopreis ausgezeichnet.

 

Kritik an funk

Über die mittlerweile 1,5 Jahre hinweg musste funk bereits einiges an Kritik einstecken, welche sich vornehmlich unter den Kommentaren diverser Formate wiederfindet. Von GEZ-finanzierter Propaganda ist dabei regelmäßig die Rede. Auch Manipulation und Nicht-objektive Berichterstattung werden dem Sender vorgeworfen. Oft genannte Kanäle in diesem Zusammenhang sind „Jäger und Sammler“, „Auf Klo“ und die „datteltäter“. Von letzteren behaupten Kritiker gehäuft, dass Diese sich vermehrt gegen die Meinungsfreiheit aussprechen. Suzie Grime hingegen, in der Vergangenheit oft Moderatorin des Kanals „Jäger und Sammler“, wird nachgesagt eine Männerhasserin zu sein. Nicht zuletzt wird auch der Begriff „Social Justice Warrior“ mit verschiedenen funk Persönlichkeiten in Verbindung gebracht. Maßgeblich vorangetragen wurde die funk Kritik dabei von dem YouTuber „der Doktorant“, welcher sich in meist 10-20 minütigen Videos mit dem Sender und den daran beteiligten Kanälen auseinandersetzt.

Auffallend ist hierbei aber, dass die Kritiker hierbei das komplette Angebot von funk an einzelnen, teils kritischen, Formaten und Persönlichkeiten messen. Das Angebot von funk besteht allerdings aus weit über 70 verschiedenen Formaten und bei der absoluten Mehrzahl der Kanäle findet sich in der Kommentarsektion sehr viel Lob für die einzelnen Folgen, aber auch den ganzen Kanal und das Angebot als Ganzes. Besonders positiv angenommen werden unter Anderem die Kanäle „Bongo Boulevard“, das „Y-Kollektiv“, „Die Frage“ und das „Kliemannsland“. Vor Allem Letzteres ist ein Format, welches ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk so nicht möglich gewesen wäre. Die neuen Chancen und Freiheiten für Webvideoproduzenten durch funk, sind auf jeden Fall eine, als sehr positiv anzumerkende, Entwicklung.

 

Beitragsbild: Stefan Hoederath/funk

Chrisi Chrisi ist eine medienbegeisterte Studentin. Seit 2014 betreibt sie einen eigenen YouTube-Kanal und beschäftigt sich mit der Webvideobranche. [email protected]

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