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Jan Kuhn im Interview zum Webvideowettbewerb 1-31.tv
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Jan Kuhn im Interview zum Webvideowettbewerb 1-31.tv

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1-31.tv ist ein Webvideowettbewerb, der mit dem diesjährigem Thema „Community“ 2018 bereits zum vierten Mal stattfindet. Wir sprachen mit dem Organisator Jan Kuhn.

TubeNOW: Kurz runtergebrochen, für Leute, die den Wettbewerb noch nicht kennen: Was ist 1- 31.tv?

Jan Kuhn: 1-31.tv ist ein Wettbewerb, der junge Filmemacher im Alter von 14-29 Jahren fördern möchte. Zu einem bestimmten Motto können Clips mit einer Maximallänge von 1 Minute und 31Sekunden bei uns eingereicht werden. Das Thema in diesem Jahr lautet Community. Zu gewinnen gibt es Geld- und Förderpreise.

jan kuhn
Jan Kuhn

TubeNOW: Wie entstand die Idee für 1-31.tv?

Jan Kuhn: Der Hintergrund ist, dass man zwei Pole wahrgenommen hat: Auf der einen Seite stehen klassische Spielfilme und Fernsehproduktionen. Auf der anderen Seite stehen YouTube Inhalte, deren Laufzeiten im Vergleich viel kürzer sind. Das fanden wir immer super, weil es genau auf die Bedürfnisse der Zuschauer passt. Inhaltlich wird es aber manchmal, wie zum Beispiel bei YouTubern, die in Einhornschleim usw. baden, etwas eng.
Jetzt muss nicht jedes YouTube Video ein auf 10 Minuten runtergedampfter Hitchcock sein, aber wir wollten uns schon immer darauf konzentrieren ästhetisch und inhaltlich gut formatierte Kurzfilme zu produzieren, die eine sinnstiftende Botschaft haben und diese kurz und prägnant auf den Punkt bringen.

TubeNOW: Warum genau 1 Minute und 31 Sekunden und nicht irgendeine andere Länge?

Jan Kuhn: In der Werbeindustrie gelten ja 90 Sekunden als eine Art Benchmark. Die eine extra Sekunde mehr muss man eher symbolisch verstehen, um die eigene Botschaft unterzubringen. Wir wollen keine kommerzielle Stangenware sondern individuelle Inhalte und schnellere Erzählweisen. Das war im Wesentlichen das Konzept: 90 Sekunden +1.

TubeNOW: Was unterscheidet euren Wettbewerb von Anderen?

Jan Kuhn: Das ganze Konzept des Wettbewerbs ist darauf ausgerichtet, die Filmemacher groß zu machen. Das sieht man schon an so Kleinigkeiten wie der Tatsache, dass die Videos eigentlich nicht selbst auf unserem YouTube Kanal eingereicht werden, sondern nur der Link des Videos auf den jeweiligen Kanälen der jungen Talente. So verbleiben die Klicks bei den Teilnehmern. Ich glaube auch, dass unsere Workshops ziemlich gut sind, was natürlich neben den jungen Filmemachern vor allem an unseren Workshop Experten liegt, die jedes mal bis spät in die Nacht noch an den Filmen sitzen. Klar sind unsere Preisgelder auch nicht schlecht, aber das richtig dicke Pfund sind die Kontakte und Freundschaften, die auf den Camps entstehen und sich inzwischen über Jahre hinweg bewiesen haben.

Das richtig dicke Pfund sind die Kontakte und Freundschaften, die auf den Camps entstehen.Jan Kuhn

TubeNOW: Du hast es gerade angesprochen: Es gibt Workshops zu gewinnen. Was können Teilnehmer in den Workshops lernen und für die (berufliche) Zukunft mitnehmen?

Jan Kuhn: Das ist ganz unterschiedlich und wir optimieren das Konzept des Workshops immer wieder neu. Im Grunde gibt es aber zwei Typen von Workshops für unterschiedliche Skill level. Es gibt Einsteigerworkshops, bei denen es darum geht, allen Leuten zunächst die Grundlagen der Filmtechnik mitzugeben: Was sind überhaupt diese Mikrofoncharakteristiken? Welche Technik brauche ich für mein Filmprojekt wirklich? Wo bekomme ich kostenlose Hintergrundmusik her? Entsprechend kann man auch sagen, dass man an unserem Wettbewerb teilnehmen kann, wenn man gute Ideen, aber noch nicht ausgereifte technische Kenntnisse hat. Diese lernt man dann in diesem Workshop.
Zudem gibt es Workshops für Fortgeschrittene, in denen man seine eigenen Filmideen miteinbringen kann. Diese Workshops knüpfen an das bereits gesammelte Vorwissen an und es geht im Wesentlichen darum, die erlernten Techniken anzuwenden und vor allem eigenen Content zu produzieren.

Aus beiden Workshops nimmt man natürlich die erlernten Skills mit. Man bekommt wirklich ein richtiges analoges Tutorial, bei dem man viel ausprobieren kann. Man knüpft Kontakte zu YouTubern und Filmschaffenden, was Kollaborationen für die Zukunft vereinfacht. Außerdem gibt’s natürlich unsere Experten, professionelle Kameramänner, Cutter, Schauspieler, Produzenten und Komponisten, die nicht nur saugut in ihrem Gebiet sind, sondern mit denen man auch gerne mal das Wochenende verbringt.

TubeNOW: Die Workshops sind also die Hauptpreise? Was gibt es denn sonst noch zu gewinnen?

Jan Kuhn: Klar, die Workshops stehen im Mittelpunkt. Aber es gibt auch Geldpreise zu gewinnen, die passen wir in jedem Jahr immer etwas an. Aktuell sind die Kategorien bestes, zweitbestes und drittbestes Video mit jeweils 3.000, 1.000 und 500 Euro dotiert. Außerdem gibt es den U17 Nachwuchspreis und noch einen Zuschauerpreis. Bei letzterem geht es dann um Klickzahlen. Hier gibt’s 750 Euro zu gewinnen, ebenso wie beim U17 Preis.
Verliehen werden die Preise auf den VideoDays 2018 in Köln.

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TubeNOW: Wer sitzt in der Jury, die die Entscheidungen trifft?

Jan Kuhn: Wir haben eine sehr breit besetzte Jury aus Branchenprofis, Wissenschaftlern und Leuten, die vor der Kamera stehen.
Unser neustes Jurygesicht ist zum Beispiel Eva Schulz, freie Journalistin und Moderatorin bei funk. Eva entwickelt aktuell das Format Deutschland 3000 und war auch ganz aktiv für das Format Hochkant einem Nachrichtenformat auf Snapchat unterwegs.
Außerdem sind dabei: Comedian Tony Mono, Filmwissenschaftlerin Prof. Dr. Andrea Gschwendtner, Programmchef von 1 Live Ulli Krapp, YouTube Urgestein Christoph Krachten und Theologe Prof. Dr. Matthias Sellmann, der zusammen mit Dr. Michael Hertl und Klaus Nelißen den Wettbewerb initiiert hat.

Die Zusammenarbeit mit funk ist ganz elementar in unserer Wettbewerbsstruktur verankert.Jan Kuhn

TubeNOW: Jetzt hast du mit Eva Schulz eine Person erwähnt, die auch sehr stark bei funk vertreten ist. Wie ist die Zusammenarbeit mit funk entstanden und was bedeutet diese für zukünftige Projekte?

Jan Kuhn: Die Zusammenarbeit mit funk ist ganz elementar in unserer Wettbewerbsstruktur verankert. Kirchliche Inhalte laufen ja schon länger auch im öffentlich-rechtlichem Programm, so zum Beispiel der ZDF Fernsehgottesdienst oder das ehemalige funk Format frei.willig.weg.
Wenn man sich die junge Zielgruppe von funk und dem Wettbewerb 1-31.tv anschaut, wird einem relativ schnell klar, dass wir eigentlich die gleiche Zielgruppe haben. Aus diesem Grund gab es auch schon die ersten Gespräche, noch bevor funk überhaupt funk hieß und seinen offiziellen „Sendestart“ hinlegte.
Und das Ganze ist auch ziemlich erfolgreich, so ist unsere sicherlich bekannteste Preisträgerin Adelina Rode zusammen mit ihrem Bruder mittlerweile bei funk unter Vertrag. Die beiden konnten ihren Kanal LiDiRo übrigens mittlerweile von 300 Abonnenten auf über 300.000 ausbauen.

TubeNOW: Was für Themen stehen denn bei dem Wettbewerb im Mittelpunkt?

Jan Kuhn: Unsere Wettbewerbsthemen sind immer sehr breit angelegt, so dass es wirklich darauf ankommt, wie man als Filmemacher an das jeweilige Motto andockt. Generell kann man sagen, dass alle Mottos dazu animieren, einen persönlichen Bezug oder Meinung zu artikulieren.
Gestartet sind wir im ersten Jahr mit dem Thema „Glaube, Liebe, Hoffnung“ und im aktuellen Durchlauf ist das Hauptmotto „Community“.
Abgesehen von den Mottos, die für die Einreichungsvideos gewählt werden, haben die Gewinner dann allerdings die Chance in den verschiedenen Workshops über dieses Motto hinaus vielmehr eigene Ideen für Filme einzubringen.

TubeNOW: Du hast gerade das Thema „Glaube, Liebe, Hoffnung“ aus dem ersten Jahr aufgegriffen. Dieses findet sich auch im Wettbewerbslogo wieder. Darf man daraus schließen, dass der Wettbewerb ursprünglich nur als eine Staffel geplant war?

Jan Kuhn: Der Wettbewerb war ursprünglich einfach ein Experiment, ausgelegt auf eine Staffel, also ein Jahr. Das Ganze hatte dann aber sowohl von Seiten der Teilnehmer, als auch Beobachter eine so große Resonanz, dass man sich für bisher drei Fortsetzungen entschieden hat. Da es aber tatsächlich als Einjahreskampagne gedacht war, ist es so, dass das Logo sehr stark mit dem ersten Motto korrespondiert.

TubeNOW: Danke für das Interview.

 

Weitere Informationen zu 1-31.tv

Für alle am Wettbewerb Interessierten: Die Einreichungsfrist endet am 31. März 2018 – Weitere Informationen gibt es unter 1-31.tv oder der Facebookseite.

Chrisi Chrisi ist eine medienbegeisterte Studentin. Seit 2014 betreibt sie einen eigenen YouTube-Kanal und beschäftigt sich mit der Webvideobranche. [email protected]

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