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Rund um die Videodays – Interview mit Christoph Krachten und Philipp Bernecker
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Rund um die Videodays – Interview mit Christoph Krachten und Philipp Bernecker

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Für TubeNOW nahmen sich Christoph Krachten (Creative Head VideoDays) und Philipp Bernecker (Co-Founder) von Divimove die Zeit um ein paar Fragen zu der frischen Zusammenarbeit sowie den Neuerungen und der Zukunft der Videodays zu beantworten.

TubeNOW: Seit April sind die Videodays Teil von Divimove. Von welcher Seite aus begannen die Gespräche?

Christoph Krachten: Es gab immer mal wieder Gespräche mit RTL, ob man nicht mal was zusammen macht. Auch mit diversen Veranstaltern hatten wir gesprochen. Divimove und die Videodays sind sich letztlich 2016 wesentlich näher gekommen, nachdem man gesehen hatte, wie gut die Videodays auch 2016 gelaufen sind. Bisher haben wir das Event immer mit angezogener Handbremse, sprich mit wenig Budget und einem sehr kleinen Stab organisiert. Wir konnten nicht für jede Aufgabe jemanden anstellen. Mit Divimove haben wir einen Partner gefunden, der bessere Ressourcen hat und perfekt passt. Sie sind einfach in allen Bereichen wo wir Bedarf hatten, super gut aufgestellt. Es passt auch persönlich sehr gut und so kam das zusammen.

TubeNOW: Heißt das, wenn ihr nicht den passenden Partner gefunden hättet, hätten die Videodays eventuell nicht weiter existieren können?

Krachten: Wir hätten halt auf Sparflamme weitergemacht. Einige Neuerungen die wir dieses Jahr umsetzen, sind eben nur mit einem Partner wie Divimove möglich. Auf Dauer ist es für ein Event natürlich gefährlich, wenn es sich nicht weiterentwickeln kann. Mit Divimove können wir das nun.

TubeNOW: Wie sieht denn die Hilfe von Divimove aus, Philipp?

Philipp Bernecker: Wir haben viele verschiedene Kooperationsansätze. Wir haben das Videodays-Team rund um Christoph komplett ins Divimove-Team integriert. Dadurch arbeiten wir an allen Fronten sehr eng zusammen. Im Bezug auf die Vermarktung, die Videodays haben ja einige Sponsoren an Board, hilft Divimove das Ganze weiter zu entwickeln. Und letztlich vergrößern wir das Organisations-Team. Das erlaubt uns eben auch das Event größer und erfolgreicher zu machen. Noch stehen wir am Anfang. Wir arbeiten erst wenige Monate zusammen, sehen aber jetzt schon, dass da viele Synergien entstehen und das Ganze sehr gut funktioniert.

 

Wir wollen diesen Communitycharakter unbedingt betonen.Christoph Krachten

 

TubeNOW: Welche Vorteile hat die Fusion denn nun ganz konkret für die Videodays 2017 in Köln? Was wird anders sein?

Krachten: Ohne Divimove hätten wir auf jeden Fall zu vielen Dingen gesagt: „Nice to have, aber können wir nicht umsetzen.“ Es gibt immer wieder gute Vorschläge was man alles machen kann, gerade auch aus der Community. Aber bisher war vieles nicht machbar. Mit Divimove werden wir zum Beispiel einen sehr großen Außenbereich haben. Die Creator können dort ihre eigenen Ideen einbringen und mitgestalten. Ein Torwandschießen wird es geben und eine kleine Bühne wo verschiedenste Aktionen stattfinden werden. Ohne ein entsprechendes Team wäre sowas nicht umzusetzen. Die Videodays bekommen nun einen Festival-ähnlichen Charakter. Das ist in den letzten Jahren immer angeklungen aber nun können wir das auch umsetzen. Wir haben nun ein Ticket, das zwei Tage gilt und der CommunityDay ist mit diesem Außenbereich nun auch ordentlich aufgewertet. Wir wollen diesen Communitycharakter unbedingt betonen und ohne Divimove wäre das einfach nicht möglich gewesen.

TubeNOW: Philipp, am Ende des Tages will Divimove mit den Videodays Geld verdienen. Das Event ist ja immer auf Kante genäht worden. Was muss passieren, damit die Videodays auf Dauer tragbar sind, auch mit Hinblick auf eine eventuelle Expansion?

Bernecker: Wichtig ist, dass wir die Marke Videodays weiter aufbauen wollen. Die Videodays sind ein super Event und wir wollen Teil davon sein. Wir wollen helfen das Event größer zu machen. Wir glauben auch fest daran, dass die Videodays über die Jahre erfolgreich sein können. Jetzt fokussieren wir uns erstmal auf Köln. Das wollen wir so erfolgreich wie möglich machen und dann geht es darum die Videodays weiter expandieren zu lassen. Zum Beispiel mit neuen Locations, man hat es ja schon in Berlin stattfinden lassen. Auch international schauen wir uns um. Expansion bedeutet aber auch, auf dem Event selbst neue Möglichkeiten für die Creator, die Fans und auch für unsere Partner. Wir glauben stark daran, dass man die Videodays nachhaltig weiterentwickeln kann.

 

Ein Ticket, zwei Tage und man bekommt auch nach wie vor das volle Programm.Philipp Bernecker

 

TubeNOW: Dieses Jahr wird es die garantierten Meet & Greets geben. Das wird auf Twitter und Co. überwiegend positiv aufgenommen. Aber eine Kritik gibt es dennoch: Nur wer tiefer in die Tasche greift, entgeht der potentiellen Enttäuschung. Für Besitzer des Standard-Tickets heißt es nach wie vor: Anstellen und Glück haben. Zumindest, wenn sie auch Autogramme und Selfies von großen Influencern haben möchten.

Bernecker: Die letzten Jahre war es durchaus ein Thema, das man vor dem Event nicht genau wusste, welchen Star man nun treffen wird oder eben nicht treffen wird. Mit der neuen Struktur sind wir transparenter. Es ist nun im Vorfeld klar, was du bekommst. Für die Besucher die unbedingt jemand bestimmtes treffen möchten, gibt es eben nun die Möglichkeit die garantierten Meet & Greets in Anspruch zu nehmen. Für alle anderen gilt weiterhin: Ein Ticket, zwei Tage und man bekommt auch nach wie vor das volle Programm. Es geht ja auch nicht nur um die ganz großen Stars. Es geht ja auch im die weniger großen YouTuber und mit dem normalen Ticket kann man eine große Menge YouTuber treffen. Und bei den YouTubern, wo es ein Sicherheitsrisiko darstellen kann sie einfach auf dem Gelände rumlaufen zu lassen; für die gibt es die garantierten Meet & Greets und man weiß eben schon vorher ob man nun dabei ist oder nicht. Das finden wir ein faires Konstrukt.

Krachten: Das war auch immer ein Ziel von uns. Wir waren in der Vergangenheit allerdings auf Kooperationpartner angewiesen die das nicht zugelassen haben. Das war ärgerlich hat und hat zu solchen Dingen geführt wie Zettelchen verteilen auf dem Gelände. Das fand ich nicht ganz so optimal und nun haben wir eine gerechtere Lösung. Wie du auch sagst: Auf Twitter wird das eher gut-geheißen. Ich denke, die Fans wollen das auch und diese Tickets verkaufen sich auch am besten. Ich denke, das wurde sich schon lange gewünscht und nun konnten wir diesen Wunsch auch erfüllen.

TubeNOW: Dann nochmal klar kommuniziert: Diese Halbtagestickets von früher gibt es nicht mehr?

Krachten: Richtig.

Bernecker: Korrekt. Ein Ticket und man ist zwei Tage dabei.

Krachten: Aus Sicherheitsgründen mussten wir das früher mit den Halbtagestickets so machen und das konnten wir nun mit dem großen Außenbereich gut lösen. Ist ja auch ein Fortschritt. Im Vorfeld einer solchen Veranstaltung hast du so viel mit Sicherheitsplänen zu tun. Es sind nachher ja hunderte Mitarbeiter die da während den zwei Tagen arbeiten. Da hat man alle Hände voll zu tun, diese zu koordinieren. Nun können wir viel mehr gestalterisch Dinge bewegen. Mit der Showplanung sind wir sechs Wochen voraus im vergleich zu den anderen Jahren. Bei den zweiten Videodays habe ich 30 Minuten vor der Show das Programm geschrieben und ne halbe Stunde nach Start der Show hatte ich die Planung beendet. Und in diese Situation kommen wir nun nicht mehr. (lacht)

TubeNOW: Ihr kommuniziert es nicht offensiv, aber um es klar zu stellen. Der Außenbereich ist nur noch per Ticket zugänglich. Leute die ohne Ticket kommen um im Außenbereich eventuell ein paar kleinere YouTuber zu treffen müssen diesmal draußen bleiben, richtig?

Krachten: Das hatten wir schon einmal und das müssen wir nun auch machen wenn wir eben diesen Festival- und Communitycharakter hervorheben-, und dabei die Sicherheit der Social-Media-Stars und der Besucher sicherstellen wollen. Es wird bestimmt die Möglichkeit geben, den ein oder anderen Influencer auch außerhalb dieses Bereichs zu treffen. Innerhalb des Bereichs wird die Chance allerdings um ein vielfaches größer sein.In der Vergangenheit hat sich kaum ein YouTuber in den Außenbereich gewagt. Wir hatten dort keine Security und das Risiko war einfach zu hoch. Wir haben auch deswegen immer davon abgeraten. Die Sicherheit ist bei so einem Event einfach das wichtigste.

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Bernecker: Um das nochmal zusammenzufassen. Mit dem 2-Tage-Ticket hat man die Show und ist am 2. Tag komplett am Communityday dabei, der in dem abgesperrten Außenbereich stattfindet.

TubeNOW: Christoph, man plante eine Videodays auch in Hamburg oder München. Dazu kam es aber nie. Die Statements dazu waren immer sehr knapp. Woran lag es denn nun genau? Habt ihr euch einfach zu viel zugemutet?

Krachten: Wir konnten es einfach nicht organisieren. In der Zeit wo wir es geplant haben, hatte ich noch die Hoffnung, dass wir schneller einen größeren Partner finden würden. Wir haben es einfach nicht hinbekommen. Deswegen haben wir die deutsche Expansion bei Berlin belassen. Wie das zukünftig mit der Expansion aussieht werden wir mit Divimove besprechen. Aber das ist eben das Gute. Mit so einem Partner können wir expandieren, was wir alleine einfach nicht leisten konnten.

 

Die Videodays sind für uns ganz klar das Leuchtturmevent in der deutschen Webvideowelt.Philipp Bernecker

 

TubeNOW: Kann man zu den Expansionsplänen denn schon konkreter werden?

Bernecker: Wir arbeiten nun seit April zusammen und konzentrieren uns erstmal auf Köln. Köln bleibt eben auch das Hauptevent. Die Videodays sind für uns auch ganz klar das Leuchtturmevent in der deutschen Webvideowelt und darauf haben wir auch den Fokus. Wir schauen aber auch wie wir in Berlin weiter machen und es gibt ja auch ein paar andere Länder in denen Divimove aktiv ist. Wir können uns schon vorstellen die Videodays auch in andere Länder zu exportieren. Aber das sind Themen die nach Köln anstehen, nicht jetzt.

TubeNOW: Christoph, wie unabhängig kannst du denn nun arbeiten. Gibt Divimove Vorgaben?

Krachten: Nein. Aber wir reden natürlich schon darüber, was wir so planen. Das Tolle an diesem Team ist ja, dass man Leute hat die nun auch ihr Fachwissen in dieses Projekt einbringen können. Ich hab hier viel mehr Zeit für andere Dinge. Früher habe ich ein Großteil meiner Zeit im Vorfeld der Videodays mit Honorarverhandlungen zugebracht. Und diese Verhandlungen haben zum Teil Sachen ermöglicht und eben nicht ermöglicht. Diese Hürde ist nun etwas geringer. Ich muss nun eben nicht mehr von der Hand in den Mund leben. Man bedenke: Divimove ist in einen großen Medienkonzern eingegliedert. Wenn man sich die Töchter der RTL-Gruppe mal anschaut, wird deutlich, dass nie etwas auf die schnelle Münze geplant wurde. Es geht immer um Nachhaltigkeit und um Investition in ein gutes Konzept, eine gute Produktionstochter, ein gutes Netzwerk und so weiter. Und das ist eben auch hier der Fall. Nicht von ungefähr ist Divimove eines der wenigen Netzwerke, die in Deutschland entstanden sind, die so auch noch existieren und sehr gut funktionieren. Und das hat sehr viel mit der Philosophie die dahintersteht zu tun und das ist eben die eines Medienhauses.

Bernecker: Ja. Das ist eben auch der Grund warum die Videodays so gut zu uns passen. Wir haben uns vom MCN weiterentwickeln in ein digitales Medienhaus. Da gliedern sich die Videodays als starke Eventmarke sehr gut ein.

TubeNOW: Wie geht ihr mit Influencern um, die kritischen Content auf YouTube veröffentlichen? Die zum Beispiel kritische Frauen- und Männerbilder propagieren und eben keinen guten Einfluss auf die Jugend haben.

Krachten: Wir wollen der breiten YouTube-Szene eine Bühne bieten. Aber in der Vergangenheit haben wir auch YouTuber wieder ausgeladen. Wir dulden gewisse Dinge natürlich nicht, können aber auch nicht alle Videos aller YouTuber sichten. Auch der Golden Play Button ist so eine Sache. Der wird eben jedem YouTuber verliehen der eine Million Abonnenten hat und da will ich auch keinen Einfluss drauf haben.

TubeNOW: Inzwischen gibt es auch viele sehr junge Influencer. Die Musical.ly Zwillinge Lisa und Lena zum Beispiel waren letztes Jahr auf den Videodays gerade einmal 14 Jahre alt. Wie geht ihr damit um?

Krachten: Wir halten den Jugendschutz ein. Wir sind eine Nachmittagsveranstaltung und von daher dürfen junge Künstler auch auftreten und wir halten natürlich den Arbeitsschutz ein. Wir können dazu keine Position beziehen. Da würden wir uns einen sehr schweren Rucksack aufladen, wenn wir da die moralische Instanz bilden würden. Ich empfinde es als etwas sehr positives, wenn junge Menschen kreativ werden. Ich fand es super, dass die Lochis schon mit 11 Jahren angefangen haben. Man muss eben als Management und als Eltern, denn deren Aufgabe ist es, aufpassen was man den Kindern zumutet. Ich glaube, die Videodays sind für alle Beteiligten, auch für die auf der Bühne, ein positives Ereignis. Man muss da ja nicht monatelang für üben und sich komplett verausgaben. Es ist einmalig und vom Aufwand her eher harmlos. Ich sehe da keine Probleme.

 

So eine große Show, in diesem Rahmen, das gibt es auf der ganzen Welt nicht. Das habe ich noch nirgendswo anders gesehen.Christoph Krachten

 

TubeNOW: Können die Videodays in Köln noch wachsen? Im Bezug auf die Besucherzahlen zum Beispiel. Und seid ihr bereit innerhalb Kölns auch zur Not umzuziehen?

Krachten: Ich wüsste nicht wohin. Die LanxessArena ist ein super Ort und wir müssen nicht über diese Grenze wachsen. Aber es kommt ja auch auf die Entwicklung der Szene an. Also grundsätzlich kann ich mir alles vorstellen, aber im Moment ist die LanxessArena ein toller Ort. Wir sind damit absolut happy. So eine große Show, in diesem Rahmen, das gibt es auf der ganzen Welt nicht. Das habe ich noch nirgendswo anders gesehen. Das ist eben das beeindruckende und das wollen wir auch so lassen. Denn, wenn es dann mal ganz riesig wird, muss man auch komplett umplanen. Und wie Philipp schon gesagt hat: Wir konzentrieren uns auf das Kölner Event und wollen dies gut über die Bühne kriegen.

TubeNOW: Plant Divimove in naher Zukunft in Deutschland noch andere Events, ähnlicher oder auch ganz anderer Art wie die Videodays?

Bernecker: Nein. Wir haben die volle Konzentration auf die Videodays. Es gibt viele Events wo wir als Partner dabei sind. Aber was die Organisation von Events angeht, da konzentrieren wir uns voll auf die Videodays-Marke und im Anschluss an Köln auf die Weiterentwicklung. Was in Zukunft passiert, da stehen wir gerne nochmal Frage und Antwort wenn Köln geschafft ist und unsere Zukunftspläne etwas gereift sind. Der Fokus steht nun voll auf die Videodays in Köln.

TubeNOW: Danke für eure Zeit und das Interview.

Florian Florian ist TubeNOW-Portalleiter und langjähriger Webvideo-Beobachter. [email protected]

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