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YouTube demonetarisiert kleine Kanäle
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YouTube demonetarisiert kleine Kanäle

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Kürzlich gab YouTube Veränderungen bei der Monetarisierung bekannt. Neue Grenzwerte werden eingeführt, was zur Folge hat, dass einem Großteil der kleinen Creator die Monetarisierung entzogen wird. Die Meinungen der Community gingen teils stark auseinander.

Am 17. Januar 2018 eröffnete YouTube seinen Creatorn Veränderungen bei der Monetarisierung. Ab jetzt gelten neue Grenzwerte, die überschritten werden müssen, um überhaupt Geld mit YouTube verdienen zu können. 1000 Abonnenten und 4000 Wiedergabestunden muss jetzt ein jeder Creator mitbringen, der Geld mit seinen Videos verdienen möchte. Dies ist ein erheblicher Anstieg zu der zuvor geltenden 10.000 Lifetime Views Grenze.

 

Meinungen gehen auseinander

In der Community sprach sich dieser Umstand schnell herum und führte zu heftigen Diskussionen. Die Befürworter der Änderung argumentieren vornehmlich damit, dass die meisten Creator ohnehin nur wenige Euro im Monat verdienen und der Spaß am Produzieren an vorderster Stelle stehen sollte.

Dieser Aussage möchte ich selber auf jeden Fall beipflichten und wenngleich ich auch Vorteile von dieser Änderung erhoffe und erwarte, möchte ich mich doch eher bei den Kritikern der Änderung einreihen. Das liegt vorrangig an der grundsätzlichen Änderung, aber auch an der Kommunikation seitens YouTube. Dazu werde ich allerdings später noch etwas sagen.

Fakt ist, dass die Monetarisierungsfunktion einige Jahre lang nur den wirklich größten Kanälen offenstand. Als diese auch für kleinere YouTuber geöffnet wurde, war die Freude groß. Natürlich hat es unter anderem zu den Problemen geführt, dass Menschen YouTube nicht nur aus Spaß anfangen, aber das möchte ich an dieser Stelle mal außer Acht lassen.

Als kleiner YouTuber investiert man, wenn man mehrere Monate bis Jahre dabei ist, teilweise drei- oder sogar vierstellige Beträge. Man macht Videos aus Spaß und es rechnet sich überhaupt nicht, aber jeder Euro den man verdient, verringert den Abstand zur 70 Euro Auszahlungsgrenze. Mit seinem Hobby Geld zu verdienen fühlt sich einfach gut an. Jeder Euro bringt auch ein wenig Stolz mit sich. Dies wird den kleinen Creatorn nun genommen. Unklar ist aktuell zudem auch noch, ob mit Eintritt der Änderungen am 20. Februar 2018 alle weiteren Probleme, die damit eventuell einhergehen, behoben worden sein werden.

 

YouTube und das Kommunikationsproblem

Für Unsicherheit sorgte bei vielen Creatorn die Frage nach dem Bestehen der Partnerfunktionen. Im Partnerprogramm von YouTube fanden sich dazu widersprüchliche Angaben. An einer Stelle hieß es, dass die Partnerfunktion und die Monetarisierung nicht unmittelbar zusammenhängen. An anderer Stelle hingegen hieß es, dass man mit Eintritt der Demonetarisierung auch alle Partnerfunktionen verliert. Viele YouTuber sorgten sich zurecht um Dinge wie Thumbnails, Infokarten, Abspann oder die Planungsfunktion.

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YouTube indes lies inmittels verlauten, dass sie bereits daran arbeiten, diese Funktionen auch für nicht verpartnerte Kanäle anzubieten und fügte diese Information in ihrem Blogartikel hinzu. Außerdem erstellten sie ein FAQ zu allen Fragen rund um die Änderung. Aktuell mit YouTube verpartnerten Kanälen werden keine Funktionen genommen, heißt es dort. Aus einem Artikel von Polygon geht zudem hervor, dass YouTube aktuell auch daran arbeite, Patreon und Kickstarter Links für kleiner Kanäle zu ermöglichen.

Gründe für die Änderung und Ausblick

Auch wenn viele als Grund für die Änderung das katastrophale Leichen Video von Logan Paul vermuten, so glaube ich, dass die Änderung eher der allgemeinen Missgunst der Werbetreibenden, sowie der Ende des Jahres stattgefundenen Creatorsumfrage zugrunde liegt.

Bereits im letzten Jahr hat es eine größere Änderung bezüglich der Monetarisierung gegeben, um Werbetreibenden bessere Inhalte versprechen zu können. Die bald eintretende Änderung wird man wohl in dieselbe Kategorie einsortieren dürfen.

Zu hoffen bleibt, dass dies nicht nur Nach-, sondern auch Vorteile mit sich bringt.

Wenn Kanäle vor Wiedereintritt in das Partnerprogramm sorgfältiger geprüft werden, sollte man darauf hoffen dürfen, dass das eine bessere Einhaltung der Contentrichtlinen mit sich bringt. Außerdem könnte sich die Außenwahrnehmung der Webvideoplattform verbessern.

Zudem bleibt die Frage offen, was denn mit dem eingesparten Geld passiert. Man kann nur hoffen, dass dieses Geld sinnvoll eingesetzt wird. Vielleicht in neue Mitarbeiter, um einen besseren Überblick über die Einhaltung der Contentrichtlinien zu erhalten. Wahlweise darf das Geld aber auch gerne auf größere Creator aufgeteilt werden.

So schade und auch ein wenig ärgerlich, wie ich die Demonetarisierung finde: Ich hoffe, dass die Änderung auch die eben genannten positiven Aspekte mit sich bringt und einen Weg bahnt zu besserer Außenwirkung, mehr kreativen Inhalten und finanzieller Sicherheit für diejenigen, die Webvideo zu ihrem Beruf gemacht haben.

Chrisi Chrisi ist eine medienbegeisterte Studentin. Seit 2014 betreibt sie einen eigenen YouTube-Kanal und beschäftigt sich mit der Webvideobranche. [email protected]

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