Seit über 12 Jahren gibt es die Plattform YouTube nunmehr und sie hat schon einige Stars hervorgebracht. Der Traum von einer Karriere als Musiker. Für Einige ist er durch YouTube real geworden.

Im Jahr 2007 lädt ein gerade einmal 12-jähriger Junge Aufnahmen von seinem Auftritt bei einem Gesangswettbewerb auf YouTube hoch. Drei Jahre später wird das Musikvideo zu seinem Song „Baby“ eins der meistgeklickten Videos auf YouTube sein. Die Rede ist natürlich von Justin Bieber. Dem ersten wirklichem Musiker der durch YouTube berühmt wurde. Sein Manager Scooter Braun entdeckte ihn 2007, das erste Musikvideo erschien 2009. Bis heute hat er sechs Alben veröffentlicht und war drei Mal auf Welttour.

Der Erfolg des Kanadiers brachte auch andere Manager und Plattenfirmen auf die Ideen sich auch im Internet nach Gesangstalenten umzusehen, die ähnlich erfolgsversprechend sein könnten. So öffnete der Erfolg um Justin Bieber auch Musikern wie Cody Simpson, Austin Mahone und Charlie Puth die Türen.

 

YouTube Musiker in Deutschland

Nicht nur international, auch in Deutschland haben es Musiker mit und durch YouTube weit gebracht. Headliner des diesjährigen Videodays ist zum Beispiel Mike Singer. Anfang des Jahres veröffentlichte er sein erstes Album „Karma“ und stieg damit prompt auf Platz eins der deutschen Albumcharts ein. Mike nahm 2013 im Alter von 13 Jahren an der Castingshow „The Voice Kids“ teil und auch wenn er dort nicht den Sieg mit nach Hause nehmen konnte, so hat dies seiner Popularität sicherlich nicht geschadet. Doch bereits ein Jahr vor seinem ersten Fernsehauftritt fing er an Coversongs und eigene Lieder ins Netz auf YouTube hochzuladen. Heute sind diese auf seinem eigenen Channel nicht mehr zu sehen, sondern nur noch als vereinzelte Reuploads auf anderen Kanälen vorzufinden.

Neben vielen tatsächlichen Musiker, die durch die Plattform erfolgreich wurden, gibt es aber auch solche, die erst mit der Musik begannen, als sie durch die Reichweite die Möglichkeiten dazu hatten. Dazu gehören neben Leon Machere unter anderem auch ApoRed und BibisBeautyPalace. Rap, Hip-Hop und Plastik-Pop Songs werden von diesen YouTubern veröffentlicht und verkauft. Das wirft ein manchmal schlechtes Bild auf die Leute, die tatsächlich mehr Musiker als reine YouTuber sind. Nicht umsonst spricht Kayef bei seinem Besuch im World Wide Wohnzimmer vom Label YouTube-Musiker als „vorbelastete Schublade“.

Kai Fichtner lädt bereits seit 2010 seine Musik auf YouTube hoch. Seine Musik ist Rap & Hip-Hop, manchmal mit Pop Elementen. Über die Jahre hinweg arbeitete er zusammen mit Freunden und guten Kollegen am Aufbau einer Musikkarriere. Regelmäßig gab es dabei Songs zusammen mit Liont und T-Zon. Produziert wird seine Musik von Topic, der im letzten Jahr mit seinem Song „Home“ einen der absoluten Sommerhits des Jahres veröffentlichte.

 

Die Lochis auf vorläufigem Karrierehöhepunkt

Auch mit den YouTube Musikern Heiko und Roman Lochmann arbeitete Kai bereits zusammen. Er begleitete sie als Special Guest einige Monate lang auf ihrer #ZWILLING Tour. Auch die Lochis gehören zu den Kandidaten, die sich in regelmäßigen Abständen Kritik zu Kommerzgeilheit anhören müssen. Im Bezug auf Produktplatzierungen auf verschiedensten sozialen Plattform mag diese teilweise gerechtfertigt sein, aber das wäre an dieser Stelle Thema für einen anderen Artikel. Schaut man sich die Musiklaufbahn der Zwillinge an, so stellt man fest, dass die Beiden schon sehr früh dabei waren. Bereits im Alter von 10 bzw. 11 Jahren nahm Roman erfolgreich an diversen Castingshows teil.

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Die Lochis – Gastrolle bei „Sturm der Liebe“

Im Alter von 12 Jahren starteten die Jungs zu Zweit ihren YouTube Kanal Die Lochis. Mit Song Übersetzungen und Song Parodien und auch eigenen Liedern konnten die Zwillinge schnell die Zuschauer auf sich aufmerksam machen und gewannen so 2012 den Webvideopreis in der Kategorie „Newbie“. Einige Male sprachen sie in ihren Videos von ihrer musikalischen Vergangenheit, von ihrer früheren Band „HeiRo“. Auch heute werden die beiden als Duo von ihren Fans noch manchmal so genannt. Doch heute sind sie die Lochis und sind erfolgreicher denn je. Ihr Album erreichte Platz 1 der deutschen Charts, sie gewannen den Webvideopreis in der Kategorie „Original Song“ und brachten bereits einen eigenen Kinofilm raus. Noch in diesem Jahr werden sie an einem zweiten Kinofilm arbeiten und auf US- Schultournee gehen. Man kann zurecht sagen, dass die Jungs zu den bekanntesten YouTube Musikern in Deutschland gehören und aktuell wohl auf einem vorläufigem Karrierehöhepunkt angekommen sind.

 

Abseits des Mainstreams

Es lässt sich bis hierhin also schon einmal festhalten, dass das Konzept vom YouTube Musiker, beziehungsweise vom Berufsmusiker mit Sprungbrett YouTube auch in Deutschland sehr gut funktioniert. Für einen Menschen, dessen Musikgeschmack sich aber außerhalb des Pop- und Chartmusikspektrums bewegt, dürften oben genannte Künstler allerdings relativ irrelevant sein, da sie eher die Teenager Zielgruppe erreichen. Doch auch außerhalb von Pop, Rap und Hip-Hop hat YouTube mit seiner Vielfalt einiges zu bieten. Fewjar und DAT ADAM sind nur zwei Beispiele für Musikgruppen, die sich genretechnisch deutlich von der Masse abheben.

Wer gerne regelmäßig neue Musik aus verschiedensten Genres entdecken möchte, ist mit dem funk Format Bongo Boulevard, moderiert von Marti Fischer und Marie Meimberg, gut bedient. Jeweils alle zwei Wochen setzen sich die Beiden mit verschiedenen Künstlern in eine mit vielen Instrumenten bestückte Schallkabine und machen gemeinsam Musik.

 

Fazit

Abschließend lässt sich festhalten, dass auf YouTube, wenngleich nicht immer offensichtlich, viele musikalische Talente unterwegs sind und dass es ein sehr vielfältiges Angebot gibt. Man hätte noch viele Namen in diesem Artikel unterbringen können: Vincent Lee, MaximNoise, Moritz Garth, Jannik Brunke und Rezo sind nur einige Künstler, die meiner Meinung nach ebenfalls mehr als eine einfache Erwähnung verdient hätten. Daher ist das Fazit des Artikels im Grunde klar. Die negative Konnotation des Labels „YouTube Musiker“ ist längst nicht immer gerechtfertigt. Gute Musiker gibt es auf der Plattform genug. Sie müssen nur gefunden werden.

Chrisi

Chrisi

Chrisi ist eine medienbegeisterte Studentin. Seit 2014 betreibt sie einen eigenen YouTube-Kanal und beschäftigt sich mit der Webvideobranche.
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